Registrierung Mitgliederliste Administratoren und Moderatoren Suche Häufig gestellte Fragen Zur Startseite

Highland Saga » Auf dem Weg in die Highlands » Mìle fàilte » Leseprobe 2 » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Thema ist geschlossen
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
Ciaran MacRath
Admin, Schmuggler und Herzdieb



Dabei seit: 26.10.2008

Leseprobe 2 Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Catherine Grey

Was für eine Aussicht! Fröhlich ließ der junge Mann seinen Blick über die weite Ebene schweifen, die rechte Hand als Schutz vor der Sonne an seine Stirn gelegt.

Als er eine Bewegung neben sich spürte zuckte er kurz zusammen, bevor er merkte, wen er da neben sich hatte. "Nun, John? Was seht Ihr?", fragte eine spöttische Stimme, die scheinbar zu der Bewegung gehörte.
Begeistert fuhr der Mann, der die 'Leibgarde' der jungen Witwe darstellte, zu eben dieser herum und warf seine Hände in die Luft. "Also, gleich am Fuße dieses Berges befindet sich ein Wald, an dessen Rand wir erst einmal rasten können, ich konnte glücklicherweise auch einen Fluss erspähen, um unsere Wasservorräte aufzustocken, und...", erzählte er enthusiastisch seiner Herrin, die jedoch mit abweisender Miene auf das Land blickte, das unter ihnen lag.

Als er endlich fertig war mit seinen Ausführungen, holte er tief Luft, er hatte das Atmen glatt vergessen im Rausche seiner Erzählungen und wischte sich den Schweiß seiner Anstrengung von der Stirn.
"Tatsächlich... ein Wald also..." Catherine zog sarkastisch ihre rechte, perfekt gezupfte Augenbraue in die Höhe. "Und ist er auch sicher, dieser Wald? So unmittelbar an der Grenze zu unzivilisierten Landen?"
Ihre Stute trippelte unruhig auf der Stelle umher, und Catherine tätschelte ihr beruhigend den Hals. Erneut wanderte ihr Blick den Berghang hinab, eher zweifelnd, als überzeugt von Johns Worten.
"Ihr wisst ja, was mit meinen Eltern passiert ist. Ich habe nicht vor, die Situation zu wiederholen und meinen Bruder zum Alleinerben unseres Vermögens zu machen!", zischte Catherine und sah ihren Wächter herablassend an.
"Was gedenkt Ihr dagegen zu tun?"
"Ich... ja... also da wären ja noch Scott und Herald, die beiden sind ja..." Es ertönte ein vernehmliches Räuspern hinter ihnen und die junge Frau wandte ihr Pferd zur Seite.

"Was ist denn nun schon wieder?" Langsam ging ihr das alles auf die Nerven. Hatte ihr Bruder denn gar nichts geplant? Hatte er gar vorgehabt, sich ihrer zu entledigen?
Wohl kaum... so intelligent ist er nicht. Belustigt zuckte ihr Mundwinkel ein wenig, und sie bemerkte, wie ihre Bediensteten sie fassungslos anstarrten.
Sofort schlug ihr Gesichtsausdruck von Belustigung in pure Verachtung um, und die beiden Männer vor, oder eher unter, ihr zuckten zurück.
"Und?" Scheinbar zu Tode genervt zog Catherine an ihrem Zaumzeug und hob ihr Kinn anschließend noch einen Millimeter höher. "Wollten wir nicht schon längst da sein?", fragte sie in einem scharfen Tonfall. "Jaaa.. Mylady, es ist so..." Händeringend erklärten ihr die zwei Männer die Situation und wichen vorsichtshalber ein Stück zurück, bevor sie sich einen unbehaglichen Blick zuwarfen.

Noch ein Stückchen wanderte Catherines Augenbraue in die Höhe und auf ihrer Stirn zeigte sich eine leichte Falte. "Ich soll WAS? LAUFEN? DA runter?" Geziert wies ihre behandschuhte Hand den Bergpfad hinunter.
Da ihr Bruder die Kutsche angeblich selbst gebraucht hatte, und es zu lange gedauert hätte, auf eine andere zu warten, hatte sich Catherine kurzentschlossen ihre Stute Pride geschnappt und sich mit ihrem Gefolge zu Pferde auf zu ihrem neuen Gemahl gemacht. Sie hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass SIE, LADY Catherine Grey, Viscountess of Cheshire, LAUFEN musste.

"Tja", brachte sie abgehackt hervor und presste ihre Lippen zusammen, bevor sie sich vom Pferd gleiten ließ und scheinbar ergeben in ihr Schicksal fügte. "Es ist wohl ganz offensichtlich! Was sein muss, muss eben sein!"
Erleichtert sahen sich Herald und John an und die Spannung löste sich aus ihren Körpern, bevor Catherine erneut das Wort ergriff: "Ihr werdet mich tragen müssen!" Wie um ihren eigenen Worten zuzustimmen, nickte sie den beiden hoheitsvoll zu und drehte sich wieder zum Abgrund hin, wohlweislich die entgeisterten Blicke ignorierend, die ihr hinter ihrem Rücken zugeworfen wurden.

Als sie den Waldrand erreichten, dämmerte es bereits. Lydia richtete ein behagliches Bett für ihre Herrin her, indem sie mehrere Decken als Unterlage auf den Boden legte und bestickte Kissen darauf drapierte. Dann machte sie sich ans Kochen, die Männer, die nun das Lager als Wachen umstellten, hatten mehrere Kaninchen in Schlingen gefangen.

Gemächlich ließ sich Catherine auf ihren Kissen nieder und strich ihren Rock glatt. Wenn sie schon hier draußen in der Wildnis nächtigen musste, sollte es wenigstens bequem für sie sein. Dass ihre Bediensteten diesen Luxus nicht hatten, störte sie nicht. Falls ihnen kalt war, sollten sie eben näher ans Feuer rücken und ihr nicht die Ohren volljammern. Aber so eine zarte Blume wie ihre Hoheit war das derbe Klima nicht gewohnt, dass hier an der Grenze herrschte. Dann soll mir William bitteschön einen neuen Pelz kaufen, wenn er mich schon heiraten will, dachte sie und legte sich sinnierend ihren perfekt manikürten Zeigefinger auf die geschürzten Lippen, den Blick nach oben gewandt. Naja, ich muss zugeben, zumindest der Himmel ist hier schön. So versank sie in Betrachtungen der verschiedenen Sternkonstellationen, als sie auf einen appetitlichen Duft aufmerksam wurde, der vom Feuer her zu ihr drang. Sie wartete, bis Lydia das Fleisch für sie von Knochen befreit hatte und ihr auf einem Porzellanteller reichte. Sie hatte darauf bestanden, den Teller mitzunehmen, SIE war ja schließlich zivilisiert und wollte von einem Teller essen, wie normale Leute.

Ihr Blick wanderte über die Landschaft und sie gönnte sich den Luxus, ihren Hut abzulegen und sich zurückzulehnen und nichts zu tun. Ja, ihr Leben war schon sehr anstrengend, fand sie. John hatte sie nahe zu ihren Sachen delegiert, schließlich wollte sie nicht, dass eines ihrer wertvollen Kleider oder gar ihr Schmuck verschwanden, nicht auszudenken, was für eine Schmach es war, wenn sie ohne Schmuck beim Grafen ankam. Schließlich war sie eine Frau von Stand und es gehörte sich eben so.

Mittlerweile war es schon dunkel und Catherine sah sich mit einem etwas beklommenen Gefühl um, als sie sah, dass Scott von seiner Erkundungstour zurückkam. Sie hatte ihn ausgeschickt, einen Teich oder etwas Ähnliches zu suchen, wo sie baden konnte, um am nächsten Tage, wenn sie das Land des Grafen erreichten, präsentabel auszusehen. Natürlich hatte sie auch ihr Köfferchen mit dem Puder und sonstigen Schönheitsutensilien mitgenommen, für den Fall der Fälle.

"Nun?", fragte sie etwas pikiert, als sie Scotts Aufzug sah. Er hatte sich die Hosenbeine hochgekrempelt und lief barfuß über das Gras zu ihnen. "Ein paar hundert Meter weiter liegt hinter einer Biegung ein kleiner See, ich kann Euch hinführen, wenn es Euch genehm ist.", bot der Dienstbote an und Catherine nickte knapp auf dieses Angebot.

Als sie am See angekommen waren, beugte sich Catherine herab und beäugte skeptisch das Wasser. Prüfend steckte sie einen Finger ins Wasser und sah Scott dann schockiert an. "Aber das Wasser ist ja KALT!", rief sie angeekelt. Ihr Begleiter schmunzelte amüsiert: "Was habt Ihr denn anderes erwartet, in der Wildnis, Mylady. Tut mir wirklich sehr leid, aber Ihr werdet Euch wohl damit begnügen müssen, anwärmen kann ich es für Euch leider nicht."
Gereizt musterte Catherine den unverschämten Bengel. "Schön!", zischte sie knapp. "Dann wird das eben reichen müssen! Führt mich zurück, ich möchte mich hinlegen, damit ich morgen frisch bin und mich angemessen zeigen kann!" Scott verbeugte sich kurz und hob dann die Fackel ein Stück höher, um Catherine den Weg zurückzugeleiten.

Im Lager zurück, lag Lydia schon in ihren Mantel eingewickelt am Feuer. John und Herald würden die erste Wache halten, Lydia und Scott die zweite. Laut aufseufzend vor Gram ließ sich Catherine auf ihr Bett sinken und wickelte sich in eine Decke ein, um sich zur Ruhe zu begeben. Morgen würde ein großer Tag sein.


Zitat:
Original von Alba

Cairbre fing an zu grinsen, stieß seinen neben ihm auf dem Baum hockenden Gefährten in die Seite "Schau mal, Fitz, zwar nicht der Steuereintreiber, aber besser als nichts, oder? Lir und Ailill haben eh schon gesagt, dass es nicht sicher ist, ob der alte Halsabschneider diesen Weg nimmt!" Die beiden Männer grinsten sich an und waren sich einig, denn auch wenn keiner den richtigen Namen des anderen wusste, so kannten sie sich doch lang genug um nicht mehr Worte verlieren zu müssen.
Sie beobachteten die Reisegruppe eine Weile, auch um sicherzugehen dass deren Weg sie zum Wald oder doch daran vorbei führen würde, und so kamen sie auch in den 'Genuss' zu sehen dass eine der Weiber doch tatsächlich den Hang hinab getragen wurde. Getragen! Sie hatten zu tun nicht vor Lachen aus dem Baum zu fallen! Darüber ließ sich ja fast schon vergessen, dass die Pferde allein auf dem Markt für etliche Shilling pro Mann und Nase sorgen würden, und dass sogar nach dem Aufteilen des Erlöses unter den vieren. Die Stille des Waldes wurde noch eine ganze Weile von mühsam unterdrückten Gelächter gestört, dann durch leise Rufe, die Ailill und Lir herbeilockten.

Doch als die Reisegruppe den Wald erreichte, war davon nichts mehr zu hören, die vier Männer hielten sich sorgsam verborgen um einer Entdeckung zu entgehen, und warteten ab. Ein aufgeschlagenes Lager bedeutete immer eine leichtere Beute als wache Menschen, die vielleicht auch noch lästigerweise ihre Waffen locker trugen. Und ein wahrer Glücksfall war es, dass die vier Schotten das empörte 'kalt' nicht hörten, denn sonst hätten sie sich sicher durch ihr brüllendes Gelächter verraten.

Während also im britischen Lager alles ruhig wurde, zogen sich auch die Schotten zurück, einzig Lir blieb, um das Sasannachpack im Auge zu behalten; in sicherer Entfernung erst fing eine hitzig geführte Diskussion an.
Nicht ob diese Reisegruppe ausgeplündert werden sollte, denn das war schließlich selbstverständlich, aber auf welchem der vielen Märkte der Highlands die besten Preise für die Pferde erzielt werden könnten.
Nur in einem waren sich alle einig, in den Lowlands würden sie die Tiere nicht versuchen an den Mann zu bringen, dazu war die Grenze zu nah. Zuletzt setze sich Fitz durch, sie würden bis Edinburgh gehen, von dort aus standen ihnen die meisten Wege offen, und dort gab es auch das meiste an brauchbaren Waren für die Familien zu hause zu kaufen. Und er war es auch, der auf die Idee kam, dieses britische Püppchen und ihre Zofe ebenfalls 'zu Geld zu machen', Lösegeld zu verlangen - und wo ließen sich Schreiber leichter finden, als in einer Stadt?! Wenn sie schon den schweren Geldsäckel des Steuereintreibers verpassten!

So war es letztenendes wohl gegen Mitternacht, das sie zum Lager zurückkehrten, Stellung bezogen und den beiden Wachen die Klingen über den Hals zogen, ihnen, ebenso wie dem dritten, die Kehlen durchschnitten. Es war nichts persönliches, dass sie sterben mussten, einfach nur ein Minimieren der Schwierigkeiten - und es waren Briten. Also nicht allzu schade drum. Ailill hielt seine Klinge an den Hals der Zofe, legte, als sie erwachte, den Finger auf die Lippen und grinste sie an, während Cairbre das selbe bei der Lady tat und sein verständlichstes Englisch hervorkramte. "Mylady..." klag es spöttisch und dem schweren gälischen Akzent, "wir bitten die Unannehmlichkeit zu entschuldigen, Ihr Reiseweg wird einen kleinen Umweg machen!"
In der Zwischenzeit waren Lir und Fitz damit beschäftigt, sich schon einmal das Gepäck genauer durchzusehen, sie wollten schließlich nichts wertvolles übersehen, sich aber auch nicht mit unnützem Zeug abschleppen.


Zitat:
Original von Catherine Grey

Catherine erwachte, als sie etwas Kaltes an ihrem Hals spürte. "Was soll das Lydia, es ist doch mitten in der Nacht!", murmelte sie anklagend und wollte schon wieder in tiefem Schlaf versinken, als sie etwas Merkwürdiges roch, dass nicht zu Lydia zu gehören schien.
Angeekelt rümpfte sie ihre lange Nase und gab ein "Puh" von sich. Es wurde ihr klar, dass wohl nicht Lydia in ihrer Nähe war und diesen Gestank absonderte, diese hatte noch nie so merkwürdig gerochen: nach ungewaschenem, schwitzenden, nach Urin riechenden, und durch und durch männlichen... Nun ja... MANN eben. Prüfend tastete sie hinter sich und hielt inne als sie etwas EINDEUTIG Männliches spürte. Schlagartig wurde sie wach, eine leichte Himbeerröte kroch in ihr Gesicht, ob der Absurdität der Situation.
Das war nicht Lydia, die so roch, sondern irgendein stinkender, verschwitzter Halbaffe, der hinter ihr kauerte, ihr ein Messer an die Kehle hielt und sie vermutlich auch noch begrabschen würde oder gar schon hatte. "WAS?!", stieß sie pikiert hervor. Schnell wickelte sie sich fester in ihre Decke ein, um ihre Blöße zu bedecken. "Was soll das denn, wo sind meine Wachen?!" Verwirrt versuchte sie sich umzusehen, doch die Klinge drückte ihr in die Kehle und sie fühlte einen scharfen Schmerz, als ein paar Blutstropfen hervorquollen.
Erschrocken fasste sie sich an den Hals und sah dann, dass von ihren hübschen Fingernägeln Blut perlte. Aus dem Augenwinkel bemerkte sie, dass Lydia dasselbe Schicksal ereilt hatte. Verzweifelt krallte sie besagte Fingernägel in den Arm des Unbekannten hinter ihr, da sie das Gefühl hatte, sie müsste jämmerlich ersticken, und bäumte sich leicht auf.
Als ihr Blick eine Sekunde später jedoch auf ihre toten Wachen fiel, wurde alles in ihr auf einmal ganz ruhig und ihr Teint wechselte von Himbeerrot zu Alabasterweiß. "Was wollt ihr von uns?", fragte sie leise. "Ist es Geld? Mein Geld könnt ihr gerne haben, ebenso wie mein restliches Gepäck." Sie wedelte mit der Hand, um es als Leichtes abzutun, den Räubern das ganze Geld zu geben. Schnippisch versuchte sie sich umzudrehen, was natürlich nicht möglich war. Sie wollte verdammt nochmal das Gesicht des haarigen ... Viehs! sehen.

Die junge Witwe schluckte trocken, als ihr wieder etwas einfiel, was sie glaubte gehört zu haben. "Was meint ihr damit, wohin denn einen Umweg machen? ICH muss hier in Northumberland bleiben und es kommt überhaupt nicht in FRAGE, dass ich irgendwo anders hingehe!", zischte sie zwischen zusammengepressten, vom Schlaf etwas trockenen Lippen hervor. Fassungslos sah sie zu, wie diese stinkenden Tiere, denn nichts anderes waren sie ja, ihre kostbaren Sachen und Kleider durchwühlten. "Entschuldigt bitte, was TUT Ihr da, Ihr verdreckt doch alles mit Euren..." Sie wies mit ihrem Zeigefinger auf die Gestalten, die im Dunkeln nur schwer zu erkennen waren, "...Drecksfingern...", murmelte sie jetzt etwas erstickt, als ihr aufging, dass sie zu viert waren und Lydia und sie nunmehr nur zwei Personen waren und noch dazu schwache Frauen. Voller Abscheu gab sie einen ihrer wütenden Zischlaute von sich und funkelte die Männer zornig an.


Zitat:
Original von Alba

Cairbre fand das recht erheiternd, erst recht als das englische Püppchen auch noch diesen Befehlston anschlug. Wirklich verletzten wollte er sie allerdings auch nicht, so dass er die Klinge ein wenig zurückzog; nicht allzu weit, aber doch weit genug um den Kratzer an ihrem Hals nicht zu einem Schnitt werden zu lassen. Und bevor er auf ihre Finger schlagen konnte, damit sie das mit dem festkrallen sein ließ, gab sie es von selber auf. Und wieder huschte ein belustigtes Grinsen über sein eigentlich angenehm zu nennendes, bärtiges Gesicht; das Püppchen wollte ihnen also ihr Geld überlassen, samt ihrem restlichen Plunder, den Lir und Fitz eben durchsahen.
Auch der junge Schotte sah zu seinen Kameraden, sah dass Fitz eben eins dieser Scheußlichkeiten in der Hand hielt, dass diese Sasannach 'Kleider' nannten, und doch zu nichts taugten, so dass er ins gälische zurückfiel. "Fitz, reiß mal von dem Ding da nen Stoffstreifen ab, unsre kleine Herrin da weiß nicht, dass Dolche scharf sind und hat sich gekratzt! Nich dass sich das Mädel da noch weiter weh tut! Kann sie sich ja um den Hals wickeln, nicht dass sie uns noch ohnmächtig wird, wegen dem Kratzer! Und schneid auch genug davon ab, dass es als Fesseln reicht!"

Ein belustigtes Lachen folgte seinen Worten, gleich darauf das Geräusch reißenden Stoffs, während der Schotte wieder zu der Frau sah. "Och, ich denke aber schon, dass ein Umweg in Frage kommt!" fing er wieder auf englisch an, "es kommt im Gegenteil ja gar nicht in Frage, dass Ihr HIER bleibt! Ganz allein und ohne Schutz, das könnte Euch das Leben kosten, und das wollen wir ja nicht! In dieses verlausten Northumberland könnt Ihr später immer noch zurück, falls Euch Jemand auslöst, samt Eurer Zofe."
Damit hatte er, wie er fand, genug gesagt; er sah zu Ailill, der eben der Zofe die Hände band, und dann zu Fitz, der nun näher kam, um ihm die Stoffstreifen zu reichen.

Eigentlich hätte ja Fitz das Wort haben müssen, denn der war der Älteste unter ihnen mit seinen fast vierzig Jahren, aber der weigerte sich nun mal strikt dieses 'mistige bheurla', wie er es nannte; auszusprechen, so dass es nun wohl so scheinen mochte, als wäre der vierundzwanzigjährige Cairbre der Anführer der Schotten, zumal die anderen auch nur wenig englisch sprachen, und sicher nicht vor dieser 'Lady'. Ailill war der jüngste von ihnen, grade mal neunzehn und ein gutaussehender Bengel, während Lir mit seinen dreißig Jahren wohl das hatte, was man ein 'Allerweltsgesicht' nannte.

Doch gerade dieses 'Allerweltsgesicht' verzog sich eben zu einem breiten Grinsen, als Lir den Schmuck fand, die anderen darauf aufmerksam machte und Cairbre zu dem Schluss kommen ließ, das er ja nun wirklich besseres zu tun hatte, als sich mit diesem affektierten Püppchen weiter zu unterhalten. So nahm er also Fitz den Stoff ab, drückte eines der Stücke dem Püppchen in die Hand "Hier, wischt Euch das Blut ab, meinetwegen wickelts Euch auch um den Hals, nicht das Ihr wegen dem winzigen Kratzer noch anfangt zu zetern! Und danach werd ich Euch die Hände binden, um Euer Gepäck, Mylady, kümmern wir uns schon"

__________________
Anders sein kann auch bedeuten, sich nicht jedes Mal zu häuten, wenn der Wind sich einmal dreht, schmerzhaft ins Gesicht Dir weht! Nach dem eig'nen Weg zu suchen, auch einmal für and're bluten! Nicht die Augen zu verschließen, und den Gegenwind genießen!
Eric Fish - Anders sein

Verheiratet mit Brìddi MacLeod

14.04.2009 22:47 Ciaran MacRath ist offline Email an Ciaran MacRath senden Beiträge von Ciaran MacRath suchen Nehmen Sie Ciaran MacRath in Ihre Freundesliste auf
 
Neues Thema erstellen Thema ist geschlossen
Gehe zu:


Impressum



Powered by Burning Board Lite 1.0.2 © 2001-2004 WoltLab GmbH
optimierte Auflösung für die Größe 1280 * 1024
Design by Ciaran © 2008 für Highland Saga
Mitglied im Weltenzirkel-Webring
Page copy protected against web site content infringement by Copyscape
Website-Bewertung
Bitte bewerten Sie diese Homepage bei www.Rollenspiel-Portal.de:

Punktevergabe: 10 Punkte = beste Bewertung 1 Punkt = schlechteste Bewertung